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Yoga-Philosophie

Für ein tieferes Verständnis des spirituellen Yoga-Weges möchte ich Ihnen die Beschäftigung mit der Philosophie des indischen Weisen Patanjali ans Herz legen. Hier soll sie nur in aller Kürze dargestellt werden. Patanjali hat vor zirka 2000 Jahren in Indien gelebt. In seinem Yoga-Sutra (Sutra = Faden, Leitfaden) wird Yoga erstmalig als philosophische Lehre schriftlich dargelegt. Bis heute gilt es als das Grundlagenwerk des Yoga, und ich möchte allen, die sich näher mit Yoga und dessen spirituellen Hintergründen beschäftigen möchten, sehr empfehlen, diesen Text zu studieren. Es gibt ihn in mehreren deutschen Übersetzungen mit Kommentaren namhafter Yoga-Lehrer. Patanjali lehrt, wie wir durch Yoga zu einem höheren Bewusstsein gelangen können. Mit unserem Geist (Verstand) und dessen Neigung zu verwirrenden Aktivitäten schaffen wir uns selbst ständig Hindernisse, die wir auf dem achtstufigen Weg der Erkenntnis Schritt für Schritt überwinden können.

Der Achtstufen-Pfad des Patanjali

1.    Yama

Verhalten im Umgang mit anderen Menschen, Umgang mit der Welt
Umfasst allgemein gültige Richtlinien zu Moral und Ethik, jenseits von Glauben und Kulturen. Richtlinien, die für das Zusammenleben mit anderen Menschen wichtig sind, um sich nicht nur an den eigenen Bedürfnissen zu orientieren.

2.    Niyama

Umgang mit sich selbst, Streben nach spiritueller Erkenntnis
Die Regeln des Niyama unterstützen den Yogi in Selbstdisziplin und bei der spirituellen Weiterentwicklung.

3.    Asanas

Körperhaltungen
Ursprünglich gab es nur eine einzige Körperhaltung: den aufrechten Lotossitz. Dieser diente als Vorbereitung zur Meditation. Später kam eine Vielfalt von Haltungen mit Variationen dazu. Hatha-Yoga ist der Übungsweg, der sich über den Körper erschließt – mit dem Ziel, spirituelle Erkenntnis zu erreichen.

4.    Pranayama

Atemregulierung
Die Lenkung des Atems gibt uns ein mächtiges Werkzeug im Umgang mit unseren Gefühlen und der Kraft unseres Geistes. Atemtechniken können anregen, reinigen, erwärmen, kühlen, beruhigen oder ausgleichen. Das Lösen von Blockaden und eine klare Wahrnehmung sind die Ziele. Die intensive Sauerstoff-Aufnahme durch Pranayama ist ein weiterer Schlüssel zu mehr Lebensenergie (Prana).

5.    Prathyahara

Zurückziehen der Sinne
Den Reizen, die ständig auf uns einwirken, keine Beachtung zu schenken ist das Ziel von Prathyahara. Es gilt Kontrolle darüber zu erlangen, wohin wir unsere Aufmerksamkeit richten (z. B. auf den Atem) und in der Lage zu sein, auf äußere Reize innerlich nicht zu reagieren. Erst dadurch beruhigt sich der Geist, und wir gelangen in eine tiefe, innere Stille.

6.    Dharana

Konzentration
Es geht hier darum, mit der ganzen Aufmerksamkeit bei einer Sache zu sein und sich durch nichts ablenken zu lassen. Kinder, die völlig versunken bei ihrem Spiel sind, sind ein gutes Beispiel für die uns mitgegebene Fähigkeit der völligen Konzentration. Das Verinnerlichen dieser Stufe hat deutliche Auswirkung auf unsere Yoga-Praxis und gilt als Vorstufe zur Meditation.

7.    Dhyana

Meditation
Meditation ist ein ganzheitlicher Erfahrungsprozess, in dem wir zum eigenen inneren Beobachter werden. Das gibt uns die Chance, die Dinge und Wesen jenseits unserer subjektiven Auffassungen und Konditionierungen zu erfassen. Regelmäßige Meditationspraxis lehrt zunehmende Achtsamkeit und liebevollen Respekt vor allen Wesen.

8.    Samadhi

Zur Ganzheit werden
Samadhi bedeutet, eins zu werden – mit dem Leben, den Dingen und Wesen, die uns umgeben. Trennendes hat sich aufgelöst und ist in einen vollkommenen Zustand der Offenheit, des Annehmens und der Hingabe übergegangen. Im vollen Vertrauen auf den Strom des Lebens gibt es kein Bemühen mehr um irgendetwas, kein Kontrollieren-Wollen, kein Kämpfen und Tun, nur noch Freiheit, Glück und Frieden.